FDP.Die Liberalen
Wallisellen
Ortspartei Wallisellen
04.06.2020

Die Werke im Fokus

Der kürzlich veröffentlichte Geschäftsbericht 2019 von „die werke versorgung wallisellen AG“, kurz die Werke, zeigt ein sehr erfolgreiches Jahr 2019, und informiert über den Wechsel in der Führung der AG. Viele Fragen, welche die FDP schon 2018 stellte, bleiben aber weiterhin unbeantwortet.

Die FDP dankt dem abtredenden Verwaltungsratspräsidenten Dr. Andreas Flury für die Führung der Werke mit dem stetigen und stabilen Wachstum praktisch aller  Sparten und wünscht seinem Nachfolger Markus Sägesser viel Erfolg bei der Umsetzung der kommenden Herausforderungen.

Der Jahresabschluss zeigt mit einem Gewinn von fast Fr. 5 Mio. und einem Eigenkapital von rund Fr. 80 Mio. ein höchst erfreuliches Finanzergebnis, zusammen mit den sehr stabilen Kennzahlen zur Liquidität, Anlagendeckung, Bruttoertrag etc. würde sich jeder Aktionär freuen. Die Freude wird aber vom Problem mit der Steuerbefreiung getrübt: die Werke dürfen der Gemeinde als Alleinaktionärin nur noch sehr beschränkt Dividenden ausbezahlen. Der Verwaltungsrat will vorerst die Öffentlichkeit, sprich die Gebührenzahler, durch Kundenrabatte, Ausbau erneuerbarer Energiequellen oder das Glasfasernetz teilhaben lassen und erhöht die Zahlungsfrist auf neu 120 Tage.

Neben den 2018 gestellten und bisher nicht beantworteten Fragen, insbesondere der Haltung zur Steuerbefreiung und den Eigenkapitalzielen, kommen neue Fragen auf. Ist es zum Beispiel sinnvoll, dass die Werke die Gewinne auf der Grundversorgung in Gesamtangebote im Gebäudeenergiebereich investiert? Sollen die steuerbefreiten Werke zur Energiedienstleisterin werden, welche damit steuerpflichtige Privatunternehmen konkurrenzieren kann? Ist es richtig, dass die Werke mit den Gewinnen aus der Grundversorgung die Risiken solcher Geschäfte absichert? Fliessen die Kundenrabatte an alle Energiebezüger zurück? Weshalb werden nicht die vergleichsweisen hohen Tarife angepasst? etc.

Die FDP anerkennt die Leistungen der Werke und stellt sich hinter die Massnahmen zu Förderung der erneuerbaren Energie allgemein, zur Strategie der Gasversorgung und zum Bekenntnis zur Solarenergie. Die Umsetzung und die finanziellen Rahmenbedingungen werden aber im Fokus bleiben.

Wir bleiben dran!

Urs Bösch