Bächtelis-Apéro im FDP-Freundeskreis
Verschwindend kleine Zahl von Zaunguckern
Als am 2. Januar zur elften Morgenstunde der traditionelle Bächtelis-Apéro im Foyer der Mehrzweckhalle eröffnet wurde, schien der traditionelle Anlass nicht gerade auf einen Grossaufmarsch hinzudeuten. Doch eine Stunde später war die Räumlichkeit doch recht gut besetzt, zwar vorwiegend mit FDP-Mitgliedern; fast keine Zaungucker aus anderen Parteien.
Vorstandsmitglied Ueli Gerber brauchte nicht lange nach den Gründen zu forschen: „Ganz logisch, 2012 ist kein Wahljahr“. Und da tauchen eben alle die Kandidaten und Kandidatinnen der andern Parteien und politischen Gruppierungen nur ungern an solchen Anlässen auf. Doch die Präsenz an Mitgliedern der organisierenden FDP durfte sich sehen lassen: Beim Versuch einer rudimentären Zählung zur Mittagsstunde wurden wenigstens 80 Köpfe registriert, darunter so prominente Persönlichkeiten wie Linda Camenisch und Urs Remund vom Gemeinderat. Remunds Gattin Corinne hatte unmittelbar vor Beginn die Tische und Stehbars noch mit netten Blumen geschmückt.
Die Frage nach einem Sponsor – wie dies oftmals in früheren Jahren der Fall gewesen war – wurde von Vorstandsmitgliedern mit einem Lächeln quittiert. Mit andern Worten: Organisatorin und Sponsor waren identisch. Zeichen für ein politisches Bekenntnis gab es praktisch keine; nur vor dem Foyer-Eingang wehten zwei blau-weisse Fahnen.
Missglückter Schachzug
Als die Gespräche in den kleinen Runden eben daran war, vertieft zu werden, ertönte ein Gläserklingen, deutliches Zeichen für einen Speach. Zu Wort meldete sich – auf wackligem Stuhlpodest – der AvW-Reporter. Er erinnerte daran, dass dies die 19. Auflage des Bächtelis-Apéros sei. Eigentlich hätte er die Teilnehmerschaft gerne überrascht, nämlich die Tradition der Neujahrsblätter mit einer 19. Ausgabe fortzusetzen. Doch der schon vor den Sommerferien eingefädelte Schachzug endete – um in der Schachsprache zu bleiben – mit dem Verlust einer Schwerfigur. In der Tat hatte der Initiant versucht, durch eine Oberstufenklasse die sieben ältesten Gebäude von Wallisellen mit einem Zeichenstift porträtieren zu lassen. Die definitive Zusage einer Zeichenlehrerin für diese interessante Aufgabe lag vor. Doch es wurde August, September, Oktober, und noch lag keine einzige Skizze vor. Auf entsprechende Demarchen kam kein feedback. Im November musste das Experiment wegen verpasster Drucktermine abgeblasen werden. Schade.
So blieb denn dem Speaker nur die Aufforderung an das Publikum, mit ihm zusammen in ein kräftiges „Prosit Neujahr!“ einzustimmen. Und dieses Exerpiment gelang auf Anhieb. Amüsant wie sich die kleinen Gruppen immer wieder neu formierten und sich die Themen des small-talks entsprechend änderten. In der Küche waren fleissige Heinzelmännchen und –weiblein damit beschäftigt, Schinkengipfeli und Kleingebäck aufzubacken.
Es ging bereits dem offiziellen Ende entgegen, als sich plötzlich eine gewisse Hektik verbreitete und viele Teilnehmer nach Schirmen schrien. Denn die Freiluftkulisse hatte sich innerhalb der zwei Stunden von Föhnstimmung in regenschwangeres Gewölk gewandelt und liess auch reichlich Tropfen fallen. Die FDP nahm es gelassen; sie hatte sich in den letzten Monaten an ähnliche Überraschungen gewöhnt und dennoch immer behauptet.
Walter Wehrle
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